Vulkane sind unschuldig Dinosterben: Es war der Asteroiden-Einschlag

Vor 66 Millionen Jahren verschwanden die Dinosaurier. Über die Ursache streiten Forscher seit langem: War es der Asteroiden-Einschlag in Mexiko oder Vulkanausbrüche in Indien? Neue Simulationen zeigen ein eindeutiges Ergebnis.

Künstlerische Darstellung eines Ankylosaurus magniventris. Dieser große, schwer gepanzerte Dinosaurier lebte zum Zeitunkt des Astroideneinschlags auf der Halbinsel Yukatan.
Künstlerische Darstellung eines Ankylosaurus magniventris. Dieser große, schwer gepanzerte Dinosaurier lebte zum Zeitunkt des Astroideneinschlags auf der Halbinsel Yukatan. Bildrechte: Fabio Manucci

Vor 66 Millionen Jahren verändern drei Ereignisse die Welt fundamental. In Westindien schafft eine Reihe gewaltiger Vulkanausbrüche die Dekkan-Trapp. Dort finden Geologen noch heute auf 500.000 Quadratkilometern gewaltige Basaltschichten, die bis zu 2.000 Meter dick sind. Etwa zur gleichen Zeit kollidiert ein großer Asteroid mit der Erde. Auf der anderen Seite der Welt, am Rand des heutigen Mexiko, hinterlässt der zehn Kilometer dicke Felsbrocken den Chicxulub Krater. Und drittens sterben etwa drei Viertel aller Tier- und Pflanzenarten plötzlich aus, unter ihnen die Dinosaurier, die die Erde 150 Millionen Jahre lang bewohnt haben.

Vulkane vs. Asteroid: Was hat die Dinos getötet?

Forscher debattieren deshalb seit langem, wie die drei Ereignisse zusammenhängen? Starben die Dinos durch die Vulkanausbrüche, durch den Einschlag oder durch beides? Eine neue Reihe von Modellberechnungen liefert jetzt erstmals Ergebnisse, wonach vor allem der Asteroid entscheidend gewesen sein könnte. Demnach hätten die Vulkanausbrüche umgekehrt sogar für eine schnellere Erholung des Weltklimas gesorgt.

Alessandro Chiarenza vom Imperial College in London und seine Kollegen beschreiben in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), welche der beiden Naturkatastrophen welche Effekte für die Bewohnbarkeit der Erde durch Dinosaurier hatte. Der Einschlag hat demnach derart viel Staub und Partikel aufgewirbelt, dass 15 Prozent weniger Sonnenlicht auf der Oberfläche angekommen ist. Dadurch wurde das Weltklima schlagartig kälter. Laut der Simulation verschwanden damit alle Dinosaurier-Lebensräume auf der Welt mit einem Schlag.

Vulkanismus hätte den Dinos wohl eher geholfen

Auch durch die Vulkanausbrüche wären viel Staub und Ruß in die Atmosphäre gelangt und der Lichteinfall reduziert worden. Doch laut den Berechnungen wäre der Umfang deutlich geringer gewesen, als durch den Asteroid. Zugleich wäre mehr CO2 in der Atmosphäre gelangt, wodurch es zu Treibhauseffekten und damit mittelfristig wieder zur Lufterwärmung gekommen wäre. Einige Dino-Lebensräume hätten so stabilisiert werden können, vor allem in Äquatornähe.

Kombinierten die Forscher den Einschlag mit verstärktem Vulkanismus, zeigten die Simulationen eine schnellere Erholung des Weltklimas, im Vergleich mit Szenarien ohne Vulkanausbrüche. Diese Ergebnisse legen laut den Forschern nahe, dass der Asteroideneinschlag die Dinos getötet hat und nicht die Vulkanausbrüche. Diese hätten die Folgen des Einschlags wahrscheinlich sogar abgemildert.

Was wäre, wenn der Asteroid im Meer eingeschlagen wäre?

Nicht klar ist bislang, ob der Asteroid an Land oder in der offenen See eingeschlagen ist. Wie sich die Atomsphäre bei letzterem Szenario entwickelt hätte, sollen weitere Modellberechnungen zeigen.

(ens)

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