Fußball | 2. Bundesliga Mit "Wut im Bauch" gegen den Abstieg – Kauczinski und Dynamo stehen in den Startlöchern

Nach zweiwöchiger Quarantäne kann Dynamo Dresden am morgigen Samstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen – anschließend erwartet die SGD ein wahres Mammutprogramm. Trainer Markus Kauczinski sieht diesem mit gemischten Gefühlen entgegen – der angestaute Frust soll nun neue Kräfte freisetzen.

Markus Kauczinski
Bildrechte: imago images / Steffen Kuttner

Der Schock war groß, nachdem bei Zweitligist Dynamo Dresden am Mittwoch ein weiterer Spieler sowie ein Mitglied des Trainer- und Betreuerteam positiv auf Covid-19 getestet wurden. "Die Neuen Fälle haben uns den Boden unter den Füßen weggezogen", berichtete Markus Kauczinski im Rahmen einer virtuellen Medienrunde am Freitag (22.05.2020): "Man kann das Virus letztlich nicht kontrollieren. Wir haben versucht, das in Gesprächen aufzuarbeiten. Ich bin froh, dass alle Fälle bisher symptomlos waren."

"Man hat das Gefühl, wir hecheln hinterher"

Nach dem Einstieg ins Mannschaftstraining am morgigen Samstag soll die SGD am 31. Mai gegen den VfB Stuttgart schließlich planmäßig wieder in die Saison starten. Im Gegensatz zur Konkurrenz hätte man dann allerdings bereits zwei Partien weniger auf dem Konto. Ein Tatsache, die auch Kauczinski Bauchschmerzen bereitet: "Man hat das Gefühl, wir hecheln hinterher. Die Siege der Konkurrenz fühlen sich schlecht an. Wir müssen uns aber davon freimachen, was der Gegner macht und Punkte aufholen. Wichtig ist, dass wir antworten können."

Im besten Falle kann der Wettbewerbsnachteil für die Dresdner sogar neue Kräfte freisetzen. Schließlich habe die Mannschaft "Wut im Bauch" und "will sich wehren", so der 50-Jährige: "Das kann auch Kraft geben und eine besondere Motivation sein." In erster Linie gehe es deshalb nun darum, schnell fit zu werden und "das Beste aus der Situation zu machen."

Drei Auswärtsspiele in 7 Tagen

Dafür will Dynamos Übungsleiter auch in puncto Taktik neue Wege einschlagen. Man werde "viel tricksen müssen" und auch die neue Auswechslungsregel (fünf statt drei Wechsel möglich) wolle man tunlichst ausschöpfen. Dennoch wird es eine große Herausforderung, "richtig konkurrenzfähig zu sein", erklärte Kauczinski und verhalf sich mit Galgenhumor: "Viel schlimmer kann es nicht mehr werden."

Auf die SGD wartet in den kommenden Wochen ein wahres Mammutprogramm. Allein zwischen dem 15. und dem 21. Juni müssen die Elbestädter dreimal in Folge auswärts ran. Neben den beinah tagtäglichen Reisestrapazen muss sich die Mannschaft dabei weiterhin an die strengen Sicherheits- und Hygieneauflagen halten. Viel Zeit für Training wird sowieso nicht bleiben. Dementsprechend dient die Zeit zwischen den Spielen vor allem der Regeneration, Analyse und taktischer Vorbereitung, betonte der ehemalige KSC-Coach.

Zur Trainingseinheit am Nachmittag. Im Bild: Simon Makienok.
Training gibt es bei Dynamo wieder ab Samstag. Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Streikvorwürfe: "So doof kann man gar nicht sein"

Entgegen der Vorwürfe, die Quarantäne wäre von den Dynamo-Profis absichtlich herbeigeführt worden, um einen Saison-Abbruch zu provozieren, reagierte Kauczinski mit unmissverständlichen Worten: "So doof kann man gar nicht sein. Es gibt nichts, was die Saison zu einem Abbruch bringen kann. Es ist völlig Banane so etwas zu denken."

Wie sehr die zusätzliche zweiwöchige Zwangspause der SGD letztlich zum Nachteil gereicht, wird sich am 31. Mai zeigen. Die Herausforderung hat man bei Dynamo aber längst angenommen.   

 js

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. Mai 2020 | 17:45 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/26eae014-2ebd-46aa-ae93-be0db5f53b0b was not found on this server.