29.06.2020 | 15:44 Uhr Grüne Welle per App: Testphase in Chemnitz gestartet

Auf grün geschaltete Verkehrsampel bei Abenddämmerung.
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In Chemnitz startet am Montag ein Pilotprojekt zum umweltschonenden Stadtverkehr. Dabei sollen Smartphone-Apps helfen, das eigene Fahrverhalten an die Schaltung der Ampelanlagen anzupassen.

Rund 40 freiwillige Teilnehmer haben sich für die Testphase des Forschungsprojektes "CITRAM" (Citizen Science for Traffic Management) in Chemnitz bisher gefunden. Das teilte der Projektpartner, die Firma TSC aus Essen, mit. Sie hatte eigentlich mit doppelt soviel Interessenten gerechnet. Drei Straßen wurden für das Projekt ausgewählt: die Leipziger, Frankenberger und Annaberger Straße.

Mit Ampelphasen-Assistent auf Grüner Welle

Die Teilnehmer bekommen zwei Apps, um ihr Fahrverhalten zu optimieren. Hinter der "[ui!] ECOMAT-App" verbirgt sich der sogenannte Ampelphasen-Assistent. Dieser zeigt dem Fahrer an, ob die nächstfolgende Ampel voraussichtlich noch Rot oder Grün zeigen wird, wenn er mit der gleichen Geschwindigkeit weiterfährt.

"Dadurch weiß ich als Fahrer, ob es sich lohnt, zügig auf die Ampel zuzufahren oder ob ich die Grünphase nicht mehr schaffe und schon ausrollen kann", so Benjamin Dahmen, Projektleiter bei TSC. Außerdem zeigt die App mit einem Timer an der Ampel an, wie lange diese noch rot bleibt. "Das hilft zu entscheiden, ob der Fahrer den Motor anlässt oder nicht", so Dahmen.

Mit Hilfe der App sollen unnötige Beschleunigungsvorgänge vermieden und die "Grüne Welle" möglichst gut ausgenutzt werden. Mit der "enviroCar-App" können die Teilnehmer die eigenen Fahrten auszuwerten, wie beispielsweise den Kraftstoffverbrauch und die Fahrzeiten auf alternativen Routen.

Weitere Teilnehmer möglich

Acht Wochen soll die Testphase nun gehen. Dabei werden durch die Teilnehmer auch Daten gesammelt. TSC nutzt diese dann, um auszuwerten, ob die Ampeln optimal programmiert und aufeinander abgestimmt sind. Mitte Juli soll ein erstes Zwischenfazit gezogen werden. Zusätzliche Teilnehmer, die oft auf den ausgewählten Strecken unterwegs sind, können sich weiterhin anmelden.

Neben Chemnitz finden die Tests auch in Hamm und Krefeld statt. Das Bundesverkehrsministerium fördert dieses Vorhaben im sogenannten Modernitätsfonds mit insgesamt 1,72 Millionen Euro. Die Stadt Chemnitz erhält dabei eine anteilige Zuwendung in Höhe von rund 90.000 Euro.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.06.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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