Coronavirus-Pandemie Eltern bekommen bis zu 20 Wochen Lohnfortzahlung

Die Bundesregierung will Eltern unter die Arme greifen, die sich in der Corona-Krise zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen. Sie sollen für Lohnausfälle künftig bis zu 20 Wochen lang eine Entschädigung erhalten. Die Gesetzesänderung wurde am Mittwoch im Kabinett verabschiedet.

Die Mutter des sechsjährigen Jakob und des vierjährigen Valentin arbeitet Zuhause an einem Laptop, während ihre Kinder neben ihr malen und ein Buch ansehen.
Die Bundesregierung verlängert die staatliche Lohnersatzzahlung für Eltern, die Kinder unter zwölf Jahren während der Pandemie zu Hause betreuen müssen. Das ist künftig auch tageweise möglich. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung hat sich auf eine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Mütter und Väter in der Corona-Krise verständigt. Eltern, deren Kinder wegen geschlossener oder nur eingeschränkt geöffneten Kitas und Schulen nicht zur Arbeit können, erhalten deutlich länger als bisher einen Lohnersatz. Das Kabinett brachte am Mittwoch eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg.

Danach soll die Entschädigung bei Verdienstausfall künftig pro Elternteil für maximal zehn Wochen statt wie bisher sechs Wochen gezahlt werden. Für Alleinerziehende wird der Anspruch auf bis zu 20 Wochen ausgedehnt.

Besondere Unterstützung für berufstätige Eltern

Nach Angaben von Bundessozialminister Hubertus Heil kann die Lohnersatzleistung künftig auch tageweise in Anspruch genommen werden. Der SPD-Politiker sagte, mittlerweile gebe es teilweise Öffnungen in Kitas und Schulen, aber keine vollständige Kinderbetreuung. Deshalb werde die Regelung "flexibilisiert".

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erklärte nach der Kabinettssitzung, die Verlängerung bringe in der "krisenbedingten Sondersituation" vielen Familien mehr finanzielle Absicherung. Es sei ein familienpolitischer Erfolg, allerdings handele es sich nur um eine "Übergangslösung".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt, dass berufstätige Eltern eine besondere Unterstützung bräuchten, solange Kindergärten und Schulen nicht wieder verlässlich für alle geöffnet seien. Das Gesundheitsministerium ist für die Gesetzesänderung zuständig, weil die Entschädigung im Infektionsschutzgesetz geregelt ist.

Wer in der Corona-Krise wegen der Betreuung kleiner Kinder unter zwölf Jahren nicht arbeiten kann und deshalb kein Geld verdient, dem ersetzt der Staat 67 Prozent des Nettoeinkommens. Die Lohnfortzahlung ist allerdings auf 2.016 Euro pro Monat begrenzt. Die geltende Lohnersatz-Regelung war Ende März verabschiedet worden. Die nun beschlossenen Änderungen müssen noch von Bundestag und Bundesrat bewilligt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2020 | 12:00 Uhr