Trotz Hunderttausender Neuerkrankungen Forscher: Zahl der Demenzkranken steigt langsamer

Dass die Zahl der Demenzbetroffenen steigen wird, gilt als sicher. Neuen Daten zufolge könnten allerdings deutlich weniger Menschen erkranken als befürchtet. Dennoch werden mehrere Millionen Personen betroffen sein.

Seniorinnen sitzen gemeinsam in der Demenz-Wohngemeinschaft bei einer angeleiteten Sitzgymnastik.
Senioren in einer Demenz-Wohngemeinsschaft – jedes Jahr gibt es in Deutschland rund 300.000 Neuerkrankungen. Bildrechte: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In den kommenden Jahren werden vermutlich deutlich weniger Menschen an Demenz erkranken als bisher angenommen. Das geht aus Studien der Deutsche Alzheimergesellschaft (DAlzG) hervor. "Je nachdem, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt entwickelt, wird sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Bisher wurde von rund drei Millionen ausgegangen", hieß es von der DAlzG. Die Ursache für den verlangsamten Anstieg könnte in einem besseren Gesundheitszustand der Bevölkerung liegen.

Demenz Demenz beschreibt den geistigen Abbau und den Verlust von zuvor beherrschten Fähigkeiten. Es ist der Oberbegriff für mehr als 50 Krankheitsformen, darunter Alzheimer.

Die Krankheiten verlaufen unterschiedlich oder haben unterschiedliche Ursachen, führen aber zum Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit.

"Noch ist nicht ganz klar, ob der Trend anhält", sagte der Epidemiologe Horst Bickel von der Technischen Universität München. Bickel berechnet auf der Basis aktueller Bevölkerungsdaten die wichtigsten Zahlen zu Demenzerkrankungen für die DAlzG. "Solange es keine wirksame Therapie gibt, werden die Zahlen trotz allem weiter steigen, weil die Bevölkerung insgesamt altert. Doch es gibt Hoffnung, dass ein größeres Gesundheitsbewusstsein günstige Auswirkungen auf die Entwicklung hat", sagte Bickel.

Jedes Jahr Hunderttausende Neuerkrankungen

In Deutschland sind aktuell rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt – die meisten davon an Alzheimer. Jedes Jahr gibt es rund 300.000 Neuerkrankungen. Wegen des demographischen Wandels mit einer älter werdenen Bevölkerung kommt es zu mehr Neuerkrankungen als Sterbefällen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTEULL RADIO | 29. Juni 2020 | 16:30 Uhr